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Die am häufigsten missverstandene wissenschaftliche Studie im Bereich Kommunikation

Kommunikation ist vor allem Inhalt
Inhalt zählt nur 7%? Quatsch! ©depositphotos.com/jag_cz

Das ist mir mehr als einmal passiert. Ich höre einer kompetenten und sympathischen Rednerin – oder einem ebensolchen Redner – zu und plötzlich nennt sie oder er Zahlen, die mich zucken lassen: „7%, 38%, 55% „. Das ist sie wieder, diese Mehrabian Studie: nur sieben Prozent sollen angeblich unsere Worte zählen, 38 Prozent hingegen der Ton unserer Stimme und fette 55 Prozent unsere Körpersprache. Das kann doch wohl nicht sein. Ist dies also eine Studie, die ebenso frei erfunden ist, wie die sogenannte Yale-Studie zum Vorteil des schriftlichen Zielsetzens, über die ich mich hier äußere? Nein.

Albert Mehrabians Studie gibt es tatsächlich, sie wird nur falsch interpretiert

Professor emeritus Mehrabian hat sich sogar selber auf seiner Webseite zu seiner Studienergebnissen geäußert: Nur wenn ein Redner sich über seine Gefühle und Haltungen äußern würde (und wenn grundsätzlich ein Misstrauen wegen Inkonsistenz von Worten und Ausdruck vorhanden wäre), wären diese Zahlen anwendbar. Nur dann würden sie in Bezug auf „total liking“ gelten, und zwar so: „Total liking = 7% Verbal liking + 38% Vocal liking + 55% Facial liking“.

Gut. Ich hätte an diesem Punkt Ruhe geben können. Beruhigt, dass nicht nur Mitglieder des Fernsehballets, ehemalige SchauspielerInnen oder ausgebildete SängerInnen überzeugend reden können und Worte, zumindest bei einer gewissen Glaubwürdigkeit, doch mehr als 7% Wichtigkeit haben dürfen. Doch dann traf ich auf einen Blogbeitrag von Olivia Mitchell, die sich vehement gegen den Mythos dieser Studie einsetzt: Zum einen wäre es lediglich um einzelne Worte gegangen, die gesprochen wurden, die dann jeweils in einem Tonfall gesprochen wurden, der inkonsistent mit der Bedeutung des jeweiligen Wortes war. In einem weiteren Beitrag kommt es zu einer neuen Wendung: Es wäre bei dem „Liking“ nicht darum gegangen, ob die ZuhörerInnen die RednerInnen mögen, sondern darum, ob sie heraushören, ob er oder sie sie „liked“, also: mag. Das ist doch mal eine völlig andere Perspektive.

Lassen Sie sich nicht länger durch Zahlen einschüchtern

Ihre Worte, Inhalte, Ihr Content, ist wichtig. Wenn Sie, gerade als schüchterner Mensch, darüber reden, was Ihnen wirklich am Herzen liegt, wird sich selbst die ungelenkeste Körpersprache einrenken und Ihre Stimme einzigartig wunderbar tönen. Das ist einfach nur Übungssache. Nicht mehr und nicht weniger. Allerhöchstens 7%.

Fragen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen.

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Autor

Susanne Hake hat ihren Master of Fine Arts an der University of Southern California in Los Angeles erworben. Sie studierte bei Jack Lee Rosenberg 'Integrative Body Psychotherapy'. Sie arbeitete, festangestellt und selbstständig, als Texterin und Creative Director für internationale Werbeagenturen (Kastner&Partners, McCann-Erickson, TBWA). Und drehte zwischen 1998 und 2007 als Autorin und Regisseurin Spielfilme für ARD, ZDF und Sat.1 Ab 2008 entwickelte sie dann STORYdynamics®. Zunächst dafür, um Storytelling speziell an Werbeagenturen weiterzugeben. Später dann auch direkt für Unternehmen und Selbstständige. 2014 wurde das Sachbuch 'Selbstmarketing für Schüchterne' im REDLINE Verlag München veröffentlicht. Seit 2018 nimmt Susanne Hake, mit dem verfeinerten 5-Phasen-Prozess von STORYdynamics, auch den Schweinehundführerschein® ab. Hier geht es um Zielsetzung, Produktivität und den Umgang mit innerem Widerstand, dem inneren Schweinehund. Ziel ist es, dass Selbstständige und Teams ihre selbstgesteckten Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichen.