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Ist Intuition nur schnelles Denken?

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Intuition – Was ist sie und
wo kommt sie her?

„Deine menschliche persönliche Intuition flüstert immer, sie schreit nie.“ Steven Spielberg

Intuition kommt von dem lateinischen Wort intueri: Genau hinsehen, anschauen. Sagt das Ethymologische Wörterbuch der Deutschen Sprache. Der Begriff käme von ‚in-tuition‘, dem inneren Tutor, ist eine andere Definition. Intuition helfe, auch und gerade wenn nicht alle Informationen bekannt sind, zu ganzheitlichen Entscheidungen zu kommen. Sie hätte viel mit Einfühlungsvermögen zu tun. Und würde vor allem auch KünstlerInnen und UnternehmerInnen zu erfolgsversprechenden Ideen verhelfen.

Ist Intuition in?

Seit 2011 nicht mehr so wirklich. Denn damals erschien das Buch ‚Schnelles Denken – Langsames Denken‘. Nobelpreisträger Daniel Kahneman unterscheidet darin zwischen zwei Systemen des menschlichen Denkens.

  • System 1, das unbewusst arbeitet: schnell und automatisch funktioniert. Immer aktiv und emotional, tendentiell stereotypisierend.
  • System 2: das bewusst arbeitet: eher langsam, dabei anstrengend. Es ist selten aktiv, dabei sehr logisch und berechnend.

System 1 braucht weniger Energie, fühlt sich leichter an und spielerischer. Seine Schwächen: Statistik sind nicht so sein Ding. Schnelle Lösungen und Erinnerungen, die System 1 anbietet, können verzerrt sein. Wirkliche Probleme, so mein Eindruck nach der nicht durchgehend leichten Lektüre des Buches, werden besser in Zusammenarbeit, wenn nicht ausschließlich, mit System 2 gelöst.

Warum empörte mich das so? Nur weil ich ein, zwei der System-1-aufs-Glatteis-führen-Übungen falsch löste? Nein, weil ich den Eindruck hatte, dass Herr Kahneman mit dem (m.E.) als oberflächlich dargestellten System 1 unter anderem die Intuition meinte. Und das empfand ich als eine Beleidigung.

Die Antwort eines Zenlehrers

Ist Intuition nun tatsächlich gleichzusetzen mit System 1? Das Thema offenbarte Abgründe der Definition. Ich fragte eine Hypnosetherapiedozentin. Sie meinte, ja. Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Intuition erschien mir noch immer als etwas größeres, höheres, originelleres als das Unbewusste, so schnell und praktisch es auch sein mochte.

Heute fand ich die Antwort. Willis Jäger, ein Zenlehrer, sagte in einem Interview, das die Intuition nicht aus dem Unbewussten kommt. Sondern aus der Stille, die unter dem Unbewussten ist. Diese Antwort stellt mich zufriedener. Und Sie?

Autor

Susanne Hake hat ihren Master of Fine Arts an der University of Southern California in Los Angeles erworben. Sie studierte bei Jack Lee Rosenberg 'Integrative Body Psychotherapy'. Sie arbeitete, festangestellt und selbstständig, als Texterin und Creative Director für internationale Werbeagenturen (Kastner&Partners, McCann-Erickson, TBWA). Und drehte zwischen 1998 und 2007 als Autorin und Regisseurin Spielfilme für ARD, ZDF und Sat.1 Ab 2008 entwickelte sie dann STORYdynamics®. Zunächst dafür, um Storytelling speziell an Werbeagenturen weiterzugeben. Später dann auch direkt für Unternehmen und Selbstständige. 2014 wurde das Sachbuch 'Selbstmarketing für Schüchterne' im REDLINE Verlag München veröffentlicht. Seit 2018 nimmt Susanne Hake, mit dem verfeinerten 5-Phasen-Prozess von STORYdynamics, auch den Schweinehundführerschein® ab. Hier geht es um Zielsetzung, Produktivität und den Umgang mit innerem Widerstand, dem inneren Schweinehund. Ziel ist es, dass Selbstständige und Teams ihre selbstgesteckten Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichen.