Körper und Geist Psychologie

Let’s talk about Angst

Kann Angst machen: Manche Menschen sind hochsensibler als andere
Hat sie etwa Angst vor dem Erröten? ©Depositphotos.com/Dr.PAS

Die eigenen Ängste zu kennen, wahrzunehmen und letztlich durch sie hindurch in Richtung selbstgesetztem Ziel zu gehen, halte ich für einen der wichtigsten Hebel für die persönliche und berufliche Entwicklung. Die Angst, vor der wir davonlaufen, die wir nicht anschauen, kann zu der werden, die unser Leben regiert.

Was also ist Angst?

Sowohl eine körperliche Reaktion als auch ein Grundgefühl, das für unser Überleben wichtig war. Über das Angstzentrum im Gehirn, die Amygdala, werden vegetative und hormonelle Prozesse aktiviert, die zu einer „Kampf oder Flucht“-Reaktion führen und den denkenden Teil des Gehirns quasi abschalten. Zu Zeiten von Säbelzahntigern waren solche Automatismen sicher sinnvoll. Wir konnten nicht schnell genug auf dem Baum sein. Heute ist diese steinzeitalte Angst-Reaktion in den meisten Fällen nicht zielführend, sondern schädlich. Stress ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Risikofaktor Nr. 1 für die Gesundheit.

Angst und soziale Phobie

Bevor wir dies jetzt auf Ihr Selbstmarketing beziehen, eine wichtige Frage: Wieviel Angst ist „normal“ und ab wann ist sie medizinisch (nach ICD-10, Kapitel 4) relevant? Nach einer Studie (Blanko, Garcia, Liebowitz) suchen z.B. nur 13% aller von einer ernstzunehmenden sozialen Phobie betroffenen Personen tatsächlich auch ärztliche oder psychologische Hilfe. Falls Sie also nur den geringsten Verdacht haben, dass Ihre eigenen Ängste stärker und anhaltender sind als die anderer Menschen, bitte ich Sie, sich professionelle Hilfe zu suchen. Jetzt. Dafür sind ÄrztInnen und Psychologische PsychotherapeutInnen da. Ansonsten können Sie gerne weiterlesen, der Begriff ‚Angst‘ (vom indogermanischen ‚anghu‘, heißt: Enge) wird ab hier nur noch im alltäglich gebräuchlichen Sinne verwendet:

Kein Mensch ist völlig angstfrei. Sogar hinter unseren Motivationen steht in vielen Fällen Ängste. Und erst Recht hinter unseren Selbstmarketing-Blockaden. Was hindert Sie, zu sich zu stehen und erfolgreich Selbstmarketing zu machen?

Die Angst davor, sich festlegen zu müssen? Die Angst davor, gesehen zu werden? Die Angst, sich öffentlich zu blamieren? Die Angst, dass Ihre Familie oder FreundInnen Sie für überheblich halten? Die Angst vor zu viel Arbeit? Vor was haben Sie bezüglich Selbstmarketing die meisten Ängste? Vor welchem nächsten Schritt? Genau da geht’s lang.

Fragen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen.

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Autor

Susanne Hake hat ihren Master of Fine Arts an der University of Southern California in Los Angeles erworben. Sie studierte bei Jack Lee Rosenberg 'Integrative Body Psychotherapy'. Sie arbeitete, festangestellt und selbstständig, als Texterin und Creative Director für internationale Werbeagenturen (Kastner&Partners, McCann-Erickson, TBWA). Und drehte zwischen 1998 und 2007 als Autorin und Regisseurin Spielfilme für ARD, ZDF und Sat.1 Ab 2008 entwickelte sie dann STORYdynamics®. Zunächst dafür, um Storytelling speziell an Werbeagenturen weiterzugeben. Später dann auch direkt für Unternehmen und Selbstständige. 2014 wurde das Sachbuch 'Selbstmarketing für Schüchterne' im REDLINE Verlag München veröffentlicht. Seit 2018 nimmt Susanne Hake, mit dem verfeinerten 5-Phasen-Prozess von STORYdynamics, auch den Schweinehundführerschein® ab. Hier geht es um Zielsetzung, Produktivität und den Umgang mit innerem Widerstand, dem inneren Schweinehund. Ziel ist es, dass Selbstständige und Teams ihre selbstgesteckten Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichen.