Psychologie

Die Masken und der Tod des Inneren Widerstands

Tod des Inneren Widerstands
Tot oder lebendig? Ihr innerer Widerstand.

Sie haben sich etwas ganz fest vorgenommen und wollen das wirklich, wirklich umsetzen. Sie schreiben es vielleicht sogar auf Ihre To-Do-Liste. Doch merkwürdigerweise bleibt genau dieser Punkt so lange auf diesem Zettel bis er irgendwann ganz davon rutscht. Und jeden Tag kneift, zu allem anderen, das schlechte Gewissen. Was ist das? Was steckt dahinter? Innerer Widerstand? Das kann eigentlich nicht sein. Denn spätestens seit 1979, seit Steve de Shazer’s bahnbrechendem Aufsatz The Death of Resistance – Der Tod des Widerstands – gibt es den gar nicht.

Der Widerstand im Selbst-Coaching

Wenn Steve de Shazer Recht hat, und als einer meiner HeldInnen wie könnte er das nicht haben:  Warum spüren Sie dann doch etwas, das Sie daran hindert, sich durch konkrete Handlungen in Richtung selbstgewähltes Ziel zu bewegen?

Steve de Shazer war systemischer Familientherapeut. In seinem Artikel geht es um zwei Systeme. Zum einem um das Familiensystem. Zum anderen um die Familientherapie als System. Bei letzterem gibt es zwei Subsysteme. Die Familie und der oder die TherapeutIn.

Dieses System ist im Gegensatz zum reinen Familiensystem, laut de Shazer, auf Veränderung ausgerichtet. Morphogenese. Es geht darum, dass die Familie und der/die Therapeutin kooperieren und eben nicht in den Widerstand gehen.  Die Veränderung wird, zum Beispiel durch positive Feedback-Loops, Rückmeldungsschleifen, vorausgesetzt.  Es ist eben kein Tennisspiel bei dem eine Partei gewinnt und eine verliert. Was bedeutet das nun für Sie beim Selbst-Coaching? Dass Sie nicht alleine sind. Denn Sie sind viele Anteile von sich selbst. Mehrere Subsysteme, die vielleicht für einen Moment im Widerstand miteinander scheinen, doch es nicht unbedingt sein müssen. Entspannen Sie also einfach. Nehmen Sie einen tiefen Atemzug. Und Sie. Und Sie. Und Sie.

Ihre möglichen Anteile, metaphorisch gesehen

Wenn Sie nun davon ausgehen, dass es ja gar keinen Widerstand gibt. Sondern, dass Sie einfach diesen systemischen Anteil von Ihnen noch nicht gut genug kennen. Was könnte dann diesen Ihnen noch fremd erscheinenden Anteil verkörpern?

Ist es ausgerechnet das verängstige innere Kind? Das, dass Sie aus einem Ihnen vielleicht noch nicht bekannten Grund aus Urzeiten in einem derartigen Zustand in sich tragen? Dass noch in einem Alter zwischen 0 und 7 Jahren steckengeblieben ist? Als die Welt so groß erschien und dieser Selbst-Anteil so klein? Wie können Sie es trösten und ihm versichern, dass Sie für es da sind?

Ist es die motzende Muse, die beim besten Willen nicht versteht, warum Sie so diszipliniert und fleißig sind, ohne dass es inhaltlich irgendeinen Sinn oder Unterschied macht? Oder, dass Sie der Muse gegenüber so respektlos und undiszipliniert sind, dass Sie ihr, keinen Raum zur Entfaltung und Inspiration geben?

Oder ist es ganz simpel das große Fragezeichen, dass Ihnen einfach nur sagt, dass Sie das, was Sie da auf Ihre To-Do-Liste setzen, gar nicht können? Dass Sie entweder noch viel lernen müssen oder es besser lassen oder delegieren?

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