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Mehr Klarheit über eigene berufliche Ziele

Klarheit über eigene berufliche Ziele
Ein bisschen Distanz zum Alltag könnte auch zu mehr Klarheit führen.

Du kennst das vielleicht: Du denkst über berufliche Veränderung nach, dynamisch bewegst du dich zu deinem Computer, um eine dieser üblichen Jobsuche-Webseiten zu besuchen. Die URL ist eingetippt, dann öffnet sich die Seite. Doch ein paar Buchstaben nur, lassen dich ins Stocken kommen: Auf dem Eingabefeld stehen, je nach Jobbörse, Wörter wie ‚Jobtitel‘, ‚Kompetenz‘ oder ‚Stichwort‘. Dann stehen da Stichwörter wie ‚Ingenieur‘ und ‚Vertrieb‘. Da fragst du dich – vermutlich nicht nur als Ingenieurin: Wie egozentrisch sind ArbeitgeberInnen eigentlich?

Dazu ein Witz: Ein Abteilungsleiter hat das jährliche Ziel-Gespräch mit einem Angestellten. „Was sind Ihre Ziele?“ fragt er. „Feierabend.“ “ Ich meine langfristig.“ „Wochenende.“

Eigene berufliche Ziele statt Resignation

Bevor du dich also mit den Bedürfnissen und Anforderungen Anderer auseinandersetzt, ist es sinnvoll, Klarheit über deine eigenen Bedürfnissen, Anforderungen und Angebote zu entwickeln. Dieser Schritt steht vor dem Klick zu den Jobbörsen. Also: Gleich, ob du gerade von der Schule, Uni, Elternzeit kommst oder schon mehrere Karrieren hinter dir hast: Denke noch mal wirklich neu darüber nach, was du den Lockungen der ArbeitgeberInnen, Geld und Sicherheit, im Gegenzug zu bieten hast. Und, was du brauchst und willst. So dass es passt und zwar beiden Seiten. Dazu drei Tipps:

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Denke groß, flexibel und über den Tellerrand

Sei ehrlich zu dir, auch wenn das für andere so aussieht, als wäre das egoistisch. Was ist deine wirkliche Motivation? Du brauchst es nicht ‚Sinn‘ zu nennen oder ‚Mission‘ oder ‚Lebensaufgabe‘. Hinterfrage das für dich. Was willst du wirklich wirklich? Es braucht dir nicht peinlich sein, wenn das zunächst mal ein roter Maserati ist. Oder die Vorstellung, ausschlafen zu dürfen. Dahinter steht noch mehr.

Und dann: Was sind deine Stärken? Was deine Fähigkeiten, Kompetenzen und Talente? Vergiss zunächst mal deine Schwächen. Was kannst du, angeboren und angelernt, besonders gut? Beantworte dir diese Frage. Dann frage andere, die dich und deine Arbeit kennen (und denen du vertraust, dass sie es gut mit dir meinen).

Manchmal ist das eigene berufliche Ziel eben nicht ein Job-Titel. (Ja wohl eher sowieso nicht, außer vielleicht ‚InhaberIn‘.) Sondern ein dir besonders wichtiger Wert wie ‚Freiheit‘ oder ‚Familie‘ oder ‚Kreativität‘ führt eher indirekt zu deinem beruflichen Ziel. Oder eine gute Gelegenheit. Diese ergeben sich jedoch meist erst dann, wenn die Klarheit und Orientierung vorhanden ist.

Breche die Traditionen im Kopf

Deine Herkunft und dein Umfeld hat dein Denken geprägt. Für wichtige lebensentscheidende Fragen kann es jedoch wichtig sein, über das eigene Denken nachzudenken. Es zu hinterfragen. Vielleicht kommst du aus einer Familie von Selbstständigen? Oder aus einer von Angestellten? Oder von Arbeitern? Es steht dir frei, auch zu erwägen, ob das für dich der richtige Weg und zeitgemäß ist, dieser Tradition zu folgen.

Genauso gut kann es natürlich sein, dass du zur Zeit in einer Clique, einem Freundeskreis, bist, der dich von deiner ursprünglichen Lebensaufgabe ablenkt. Hast du daran mal gedacht? Und wenn ja, gratuliere: Hast du jetzt auch den Mut, zu dir zu stehen?

Klarheit über Spezialitäten und Synergien

Wie kannst du dich weiter spezialisieren, in dem, was du schon kannst? Und bezüglich der Menschen/Organisationen für die du arbeitest? Diese Art zu fragen wird immer wieder empfohlen und ist sicher sinnvoll. Kreativ ist es, auch zu fragen, wie kann ich unterschiedliche Dinge, die ich kann, und die vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammen passen, kombinieren? So dass sie etwas Neues, vielleicht dann sogar wieder spezialisiertes ergeben?

Der Begriff Synergie beschreibt nämlich, so das Gabler Wirtschaftslexikon, das Zusammenwirken verschiedener Kräfte zu einer Gesamtleistung. Und: Im Sinne von „sich gegenseitig fördern“, steht es gerade (30.4.20) auf Wikipedia. Schau dich also nicht nur in dir selbst, sondern auch in der Welt um: Wen kannst du mit deinen Stärken fördern? Wer kann dich – und womit – fördern? Das muss erstmal kein Arbeitgeber sein, sondern jemand in deinem Umfeld. Dort, wo du bist. Denn eigene Ziele werden durch eigene aktive Schritte erreicht. Der erste ist der Wichtigste. Jetzt einfach einfach machen:

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