Körper und Geist Psychologie

Zwei Filmtipps: Heute eine Komödie für eher hochsensible Schüchterne

Nichts geht über Screwball-Comedy. Auch für und über HochsensibleEs gehört zum Komödienklischee, dass die Protagonistin schüchtern ist. Gerne trägt die weibliche Hauptfigur, um das metaphorisch zu verdeutlichen, auch eine Brille. Und wird dann in der Regel durch einen im Leben stehenden Draufgänger, den sie natürlich ihrerseits durch beständige Liebe reformierte, erlöst. Gelegentlich wird auch eine männliche Hauptfigur als schüchtern vorgestellt. Ein sanfter Held, der dann von einem, ihn aus dem Häuschen lockenden, draufgängerischen weiblichen Charakter zum gemeinsamen Glück geführt wird. Das ergibt dann bestenfalls so wunderbare Filme wie ‚Bringing up Baby‘ (‚Leoparden küsst man nicht‘) mit Cary Grant und Katherine Hepburn, Jahrzehnte später als Remake ‚What’s up Doc?‘ (‚Is‘ was, Doc?‘) mit Ryan O’Neal und Barbra Streisand verfilmt.

Romantische Komödien sind ein Genre. So wie Science Fiction.

Was aber passiert, wenn sowohl die weibliche als auch die männliche Hauptfigur schüchtern ist? Wo bleiben da die ’story dynamics‘, die Bewegungen in der Geschichte? Sehr elegant zeigen uns der französische Drehbuchautor Philippe Blasband und der Regisseur Jean-Pierre Améris wie das funktioniert: ‚Die anonymen Romantiker‘ (Les Émotifs anonymes, 2010) mit Isabelle Carré und Benoit Poelvoorde ist ein Vergnügen. Schön anzusehen, hintergründig und vordergründig komisch, fantastisch gespielt, auf ein überraschend weises Ende zusteuernd. Und 78 Minuten kurz. Lachen ist, um hier die Ganzheitlichkeit einzubringen, tatsächlich die beste Medizin: ‚Die anonymen Romantiker‘, in der Welt exquisiter Schokoladenherstellung spielend, passt, auch als süßer Magenbitter zwischen Gans und Karpfen.

Der französische Esprit, der mich zur Frankophilen macht

Vielleicht sind die französischen NachbarInnen in der Liebe ja wirklich innovativer, eleganter und feinfühliger als unsereins. Wir können jedenfalls auch im filmkulturellen Sinne dazu lernen, denn eine französische Komödie ist doch spätestens seit Louis de Funes etwas ganz anderes als eine deutsche Komödie. Wie gut, dass es diesen feinen Unterschied gibt. Nicht nur in der Küche, sondern auch im Kino. Nicht nur auf dem Teller, im Café au Lait, sondern auch im Geist: Voilà!

Autor

Susanne Hake hat ihren Master of Fine Arts an der University of Southern California in Los Angeles erworben. Sie studierte bei Jack Lee Rosenberg 'Integrative Body Psychotherapy'. Sie arbeitete, festangestellt und selbstständig, als Texterin und Creative Director für internationale Werbeagenturen (Kastner&Partners, McCann-Erickson, TBWA). Und drehte zwischen 1998 und 2007 als Autorin und Regisseurin Spielfilme für ARD, ZDF und Sat.1 Ab 2008 entwickelte sie dann STORYdynamics®. Zunächst dafür, um Storytelling speziell an Werbeagenturen weiterzugeben. Später dann auch direkt für Unternehmen und Selbstständige. 2014 wurde das Sachbuch 'Selbstmarketing für Schüchterne' im REDLINE Verlag München veröffentlicht. Seit 2018 nimmt Susanne Hake, mit dem verfeinerten 5-Phasen-Prozess von STORYdynamics, auch den Schweinehundführerschein® ab. Hier geht es um Zielsetzung, Produktivität und den Umgang mit innerem Widerstand, dem inneren Schweinehund. Ziel ist es, dass Selbstständige und Teams ihre selbstgesteckten Ziele mit mehr Leichtigkeit erreichen.